Einige Gedanken zu Schulen und BYOD

Wie wird sich die Schullandschaft in Schleswig-Holstein im Hinblick auf das BYOD-Konzept entwickeln? Das Konzept, dass alle Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht benutzen, ob Tablet, Smartphone oder Notebook, egal welches Betriebssystem, setzt einiges voraus.

Alle müssen geeignete Geräte besitzen und mit ihnen vertraut sein. Die Lehrenden müssen sich in allen Systemen auskennen. Die Schule braucht ein Medien- und Rechtekonzept. Bis dahin ist noch ein langer Weg. Wenn die Schulen weiter konsequent Tablet- oder Notebookklassen schaffen, damit die Lehrenden Wissen sammeln können und Infrastrukturen entstehen und die Lernenden neue Formen des Unterrichts nutzen lernen, wird der Übergang zu BYOD gelingen.

– Wo werden die Herausforderungen für die Schulen liegen? Die Schulen brauchen Erfahrung und Infrastruktur für digitalen Unterricht. Das hat vor allem finanzielle Konsequenzen und benötigt Vertrauensbildung bei Lehrenden und Eltern. Hierzu sollten Unterrichtsversuche in allen Schul- und Klassenstufen stattfinden, die das Neue zur Normalität werden lassen. Da die Schulträger wenig Geld haben, wäre es gut, wenn Gerätepools entstehen, die Schulen dann schnellen Zugriff bieten, wenn sich Platz für digitales Lernen findet. Später könnten aus diesen Pools Lücken im BYOD für bedürftige Schülerinnen und Schüler geschlossen werden. Erste Schulämter haben diesen Weg schon eingeschlagen, auch wir sind hier behilflich. Hier wäre ein landesweites Netz von Vorteil. Außerdem müssen die Lehrkräfte, die hier Initiative entwickeln, zeitliche Freiräume und logistische Unterstützung bekommen. Digitalisierung muss eine zentrale Aufgabe für alle Fächer sein.

– Ist es für Schulen nicht zu spät sich dem Thema BYOD zu widmen? Für digitale Bildung ist es nie zu spät, denn hier gehen die Schulen den Weg, den die berufliche und private Umwelt schon lange gegangen sind. Außerhalb von Schule hat Wikipedia den Brockhaus schon lange abgelöst. Navigationssysteme und zahlreiche elektronische Helferlein begleiten uns. Nicht umsonst sind die Berufschancen für Elektroingenieure so hervorragend. Wenn die Schulen nicht abgehängt werden wollen, müssen sie sich des Themas annehmen. BYOD darf kein Lippenbekenntnis bleiben, das nicht gelebt wird. Deshalb werden wir vom DLZ auch weiter Lehrkräfte weiterbilden, um Hemmnisse abzubauen und den Spaß am digitalen Lehren zu schüren.