Bonjour tristesse

Der französische Bildungsminister fasste es zusammen: „Das Gesetz befördert Frankreich ins 21. Jh.“. Die Grande Nation hat ein Verbot für Digitale Geräte wie Smartphones und Tablets in den Schulen beschlossen. Einzige Ausnahme sind Schüler/innen an Gymnasien ab 15 Jahre und Unterrichtsprojekte. Damit wird Digitales endlich zum entgültig Bösen. Statt eine vernünftige Normalität im Umgang zu lehren, oder die deutschen Politikern aus Spargründen so liebgewordene Bring Your Own Device Politik zu ermöglichen, wird das zum übrigen Leben gehörende Digitalelement ausgeblendet. Schule wird staatlich verordnet, weltfremd und nur die Elite darf ab15 digital leben und lernen. Wieder mal zeigt unser Nachbarland seine Klassenstruktur mit eindeutigen Bildungsunterschieden, Digital Natives gibts nur mit Baccalaureat. Frankreich geht eigene Wege, wie es das im elektronischen Bereich schon öfter tat, es sei nur an die Minitels erinnert, die bis 2012 nur dort genutzt wurden. Das ist auch ein wichtiges Signal an die deutschen Schüler, nicht Angst ums Handy haben zu müssen, sondern statt Spanisch als Fremdsprache wieder Französisch zu lernen, denn selbst mit den bescheidenen Digitalkompetenzen, die deutsche Schulen vermitteln, ist man immer noch weiter qualifiziert als die kommenden französischen Generationen. Aber die Sprache ist wichtig, denn nur mit gutem Französisch bekommt man in La France die guten Jobs, da die nicht nur keine Digital, sondern auch keine Fremdsprachen können.